landesprogramm

Das Berliner Landesprogramm greift unter dem Titel: „Sprachförderung als gemeinsame Aufgabe von Kita, Schule, Eltern und außerschulischen Partnern“ den FörMig-Leitgedanken einer durchgängigen Sprachförderung auf.

Sprache soll einerseits kontinuierlich und aufeinander aufbauend von der Kita über die Grundschule und weiterführende Schule bis zur Berufsausbildung gefördert, Brüche an den Schnittstellen zwischen den Einrichtungen sollen vermieden werden.
Andrerseits betrachten wir die Sprachförderung als Aufgabe des Unterrichts in allen Fächern bzw. Unterrichtsbereichen; Möglichkeiten, die unterrichtliche Sprachförderung mit außerunterrichtlichen Angeboten in Kooperation mit Eltern und außerschulischen Partnern zu verbinden, sollen genutzt und ausgeweitet werden.


FörMig Berlin arbeitet auf sieben Handlungsebenen.



Im Zentrum (blaue Felder) steht der Unterricht als das Kerngeschäft von Schule. Gezielte Sprachförderung setzt eine individuelle Diagnose der Sprachentwicklung voraus; auf ihrer Grundlage sollen die Schüler/innen differenziert in ihrer Sprachentwicklung unterstützt werden. Ziel ist es, dass alle Unterrichtsbereiche – von den explizit auf Sprache ausgerichteten bis zu den Sachfächern – hierzu ihren Beitrag leisten.

Flankiert wird der Unterrichtsbereich durch das Nutzen sprachförderlicher Aktivitäten im außerunterrichtlichen Ganztagsbereich und die Einbeziehung von Eltern und weiteren außerschulischen Partnern wie Bibliotheken, Migrantenorganisationen, freie Bildungs- und Jugendhilfeträger etc. (gelbe Felder).

Durchgängigkeit der Sprachförderung wird erst dann erreicht werden können, wenn sie sich nicht in – noch so guten – Aktivitäten Einzelner erschöpft, sondern als gemeinsame Entwicklungsaufgabe einer ganzen Schule verstanden wird. Die Verständigung auf gemeinsame Ziele und deren gemeinsame Umsetzung auf der Grundlage verlässlicher Arbeits- und Kooperationsstrukturen können nicht einfach vorausgesetzt werden, sondern bilden ein eigenes Handlungsfeld (orange) als unabdingbare Klammer für die anderen sechs Handlungsfelder.

Die Entwicklung in allen Handlungsfeldern stellt ein langfristiges Idealziel dar. Auf dem Weg dorthin stehen bei den an FörMig beteiligten Schulen ihren unterschiedlichen Ausgangsbedingungen entsprechend einzelne Handlungsfelder im Vordergrund.


FörMig Berlin gliedert sich deshalb in drei Teilprojekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

Projekt A:
Kooperation zwischen Schule, Eltern und Einrichtungen im Stadtteil

Projekt B:
Sprachdiagnose in der Schulanfangsphase und darauf aufbauende Förderung der Sprachentwicklung


Projekt C:
Entwicklung und Erprobung eines integrierten Sprachförderkonzepts in der Sekundarstufe I


Unsere Absicht ist es, im Programmverlauf zunehmend Verbindungen zwischen den Teilprojekten zu schaffen, um dem Idealziel der durchgängigen Sprachförderung näher zu kommen.
Ansätze hierzu sind schon erkennbar.

Das Beispiel der Franz-Schubert-Schule (=> Schulporträt)
Das Beispiel der Eberhard-Klein-Schule (=> Schulporträt)


Eine weitere übergreifende Aufgabe von FörMig Berlin ist es, durch Kooperation und Vernetzung mit anderen Einrichtungen ein dauerhaftes regionales Unterstützungssystem für Bildungseinrichtungen zu entwickeln, um langfristig gemeinsam den Abbau der Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu erreichen. Deshalb beteiligt sich FörMig Berlin zusammen mit der regionalen Schulaufsicht, dem bezirklichen Jugendamt und der RAA Berlin am Aufbau einer „Werkstatt Integration durch Bildung“ im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg als Ort für die weitere Qualifizierung und Beratung der pädagogischen Fachkräfte, die Entwicklung von Diagnose- und Fördermaterialien v.a. im sprachlichen Bereich, die Vernetzung und Dokumentation der Aktivitäten zur Sprachförderung und letztlich die Entwicklung, Umsetzung und Evaluation eines bezirklichen Bildungsplans.